Aktuelles

Egal, ob Profi oder Amateur - 26. Jahrgang des Kabaretttreffens der Bundesvereinigung Kabarett

von Roland Friedel

Es ist schon erstaunlich, wie sich die Substanz des Kabarettreffens der Bundesvereinigung über die Jahre erhalten hat und weiterhin funktioniert - anders als bei anderen künstlerischen Treffen. Unter dem Motto "Wer zuerst kommt, malt zuerst" erhalten die Bewerber die Auftrittsgelegenheit. Und wer eben zu spät kommt, hat Pech gehabt, ob er nun noch so gut oder prominent ist. Und wer in der Festivalkantine nicht kommunikativ ist, der hat auch Pech gehabt, der erfährt nicht, was die Zuschauer über das gezeigte Programm denken. Denn ein offiziell geplantes Auswertungsgespräch oder eine künstlerische Diskussion gibt es nicht.

Kabarett im Banktresor

Eckpunkte durch professionelles Spitzenkabarett setzten beim 26. Treffen in Aschersleben Claus von Wagner mit seinem Programm "Theorie der feinen Menschen", Ingo Börchers ("Die Welt ist eine Google"), die Hengstmannbrüder ("Nebenbei") und "Die schwarze Grütze ("Das Besteste"). Während die drei ersteren sich aktuellen Themen widmeten, bestachen Dirk Pursche und Stefan Klucke bei ihrem Jubiläumsprogramm mit der von ihnen erwarteten Satire, die zwar gestern aktuell war, es aber auch heute noch ist. Wagner hatte sich einen besonderen Rahmen für seine Inszenierung ausgedacht, in der er als Banker Klaus Neumann in einen Banktresor eingeschlossen ist, ständig telefonierend die Probleme der aktuellen Finanzwelt hinnehmen muss und sie erklärt, bis ihm die Luft dünn wird.

Gewohnterweise waren auch wieder sächsische Kabaretts beim Treffen vertreten, die mit ihrer Präsenz unser Bundesland als satirefreundlicher outeten, als es viele andere Regionen sind.

Kabarettland Sachsen

Die "Pirnaer Stechmücken" als erfahrenes Amateurkabarett, das schon mehrfach in Aschersleben auftrat, boten einen recht farbigen Ausschnitt  mit aktuellen Problemen im Werkstattprogramm und respektablem spielerischem und musikalischem Können.

Auch Martin Berke aus Chemnitz ist im Aschersleber Bestehornhaus ein alter Bekannter, der sogar den Weg vom Amateur zum Profi gegangen ist und jetzt dem Ensemble des "Chemnitzer Kabarett"s angehört. Er brachte wie bereits in anderen Jahren Textausschnitte, die er lediglich zur Diskussion stellte. Immerhin Texte mit Anspruch, so z.B. einen über Ängste: "Was ist, wenn ich mal falsch wähle? Dann bekomm ich vier Jahre......". Aber es soll auch schöne Ängste geben, zu denen sicher nicht die Xenophobie gehört: Die Fremdenangst. Weitere Themen waren "Die Andersdenkenden", "Weihnachtsgeschenke - zum Fest der Liebe"  und "Herbst des Lebens". Berkes 45-Minutenauftritt gelang recht kurzweilig durch Präsenz und Witz. Zum Abschluss bat er Zuschauer zu Gesprächen in die Kantine und um guten Rat.

Das Beste seit der Wiedervereinigung

Zu einer Überraschung wurde der Auftritt des professionellen Leipziger Duos Antje Poser und Micha Kreft mit "Sturmfrei - Windstärke 6".

Allein die spielerisch technischen Fähigkeiten und das gut verzahnte Partnerspiel verliehen den Programmausschnitten einen glänzenden Schimmer. Vermutlich auch ein Verdienst von Regisseurin Gisela Oechelhäuser. Kreft als Musiker am Keybord und Kabarettist auf großem Fuß sowie Poser mit prägnanter Sprache und teilweise markantem Figurenspiel arbeiteten sich an solchen Themen wie Partnerstreit und Trennung, Allgemeine Klimaerwärmung, Lehrerbesuch bei Janeks Vater oder Mutterwitz bei einem Kind der Unterschicht ab. Dabei gelang Poser mit dem Satz "Silvi muss mer in' Arsch treten, aber wenn ses kapiert hat, zieht se voll dorsch..." eine prachtvolle Dialektstudie.

Diese 45 Minuten zählten zum Besten, was man von Leipziger Kabarett in letzter Zeit sah.

So machte 2016 mal wieder die Melange den Erfolg des Aschersleber Treffens aus. Auch hier kann man nur dem ehemals Wuppertaler Schülerkabarettisten der "Notbremse" Michael Feindler Recht geben, der geäußert haben soll: "Ich hoffe, dass dieses Festival auch in Zukunft noch viele Menschen bewegen und zusammenbringen wird. Es gehört zum Besten, was die deutsche Wiedervereinigung hervorgebracht hat“.

 

Claus von Wagner 9d409 Claus von Wagner - "Theorie der feinen Menschen"

                           

Martin Berke 2 268b9 Martin Berke    

                  

Pirnaer Stechmücken Nadja Müller d4882 Pirnaer Stechmücken

Beim diesjährigen Tanzwochenende des Mondstaubtheaters aus Zwickau liegt der Fokus auf dem Zusammenspiel zwischen Kunst, Klang und Bewegung. Die Raum-Installation des Künstlers Albrecht Fersch soll Inspiration sein: mit ihr können Klangwelten erzeugt werden, in denen Bewegung stattfinden soll. Weitere Tanzimpulse liefern die Workshops „5 Rhythmen“, „Zeitgenössischer Tanz“ und „Urban Dance“. Dabei soll gemeinsam eine Performance entwickelt werden, die am Ende einem Publikum präsentiert wird. Musikalische Unterstützung kommt von Sebastian Rehnert aus Dresden.

Anmeldeschluss ist der 24. März.

Weitere Infos und Anmeldung unter: www.mondstaubtheater.de/pages/workshops.php

Zum 60. Jubiläum von „Die bühne – das Theater der TU“ sind sieben Gruppen von theaterbegeisterten Studierenden aus ganz Deutschland zum ersten deutschlandweiten Studierendentheaterfestival mit dem Motto „Wie verdreht ihr die Bühne?“ eingeladen.

Warum spielen wir überhaupt Theater? Warum braucht das Theater gerade mich? Warum braucht uns die Gesellschaft? Braucht sie uns überhaupt? Welches künstlerische und spielerische Niveau erwarten wir von uns? Welche Vorteile haben wir gegenüber professionellen Stadt- und Staatstheatern? Welche Strukturen benötigen wir im Hintergrund? Wie können wir uns finanzieren?

Es soll nach Zusammenhängen gesucht werden zwischen der Theaterkunst, unterschiedlichen Organisationsformen und den Menschen, die darin agieren, sich ausleben.

Jeden Abend werden zwei Ensembles die Gelegenheit bekommen ihre Arbeit in der Form eines 60-minütigen Stücks zu präsentieren.

Außerdem wird es Workshops zu den verschiedenen Aspekten des Theaterspielens geben.

Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Workshops und Spielstätten mit technischer Ausstattung sind für die Teilnehmer frei.

Das Landesbüro Darstellende Künste wird in der Jury vertreten sein.

Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2017.    

Weitere Infos unter: www.quergespielt.wordpress.com

Das Expertenkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission würdigte den Vorschlag vom Bund Deutscher Amateurtheater e.V. (BDAT) als lebendige und dynamische kulturelle Praxis mit hohem sozial-integrativen Wert:

„Sprachen, Dialekte und Jargons sind künstlerisches Mittel und darstellende Eigenart zugleich. Sie werden im Mundarttheater in besonderer Weise gefördert. Das starke ehrenamtliche Engagement sowie die generationsübergreifende Beteiligung am Mundarttheater sind bemerkenswert.“

Der BDAT hat in diesem Zusammenhang eine Verfahrensweise zur Vergabe des entsprechend entwickelten Verbund-Logos entwickelt, das Mundarttheater nach Antrag und Genehmigung für ihre Theaterarbeit / Öffentlichkeitsarbeit verwenden können.

Das Logo hat einen hohen Wert, nicht nur kulturpolitisch und für die Öffentlichkeitsarbeit, sondern es kann sicherlich auch bei der Erschließung neuer Fördertöpfe hilfreich sein.

Informationen und Antrag unter: http://bdat.info/arbeitsfelder/mundart-sprachen/immaterielles-kulturerbe/

Vor diesem Hintergrund weist der BDAT auf ein weiteres Highlight im Rahmen seines diesjährigen Jubiläums unter dem Motto „125 Jahre – 125 Tage Bundesweites Amateurth Vom 25. bis 28. Mai 2017 veranstaltet der BDAT mit dem Landesverband der Amateurtheater Schleswig-Holstein und in Kooperation mit der Schleswiger Speeldeel das Volks- und Mundarttheaterfestival Wurzelwerk in Schleswig. Mehr Informationen zum Festival unter: www.bdat.info.

Am 1. März 2016 eröffnete das Landesbüro für Darstellende Künste Sachsen e.V. (LDKS) in Dresden.

Als zentrale Service- und Schnittstelle für die Darstellenden Künste vertritt das LDKS künftig die Akteure, vermittelt zu Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bildung und übernimmt die politische Interessenvertretung des Landesverbands Amateurtheater Sachsen e. V. (LATS) sowie des Landesverbands der Freien Theater Sachsen e. V. (LFTS).

Dem Landesbüro obliegt die Planung und Durchführung von Programmen und Projekten der beiden Landesverbände inklusive deren finanzieller Abwicklung.

Es realisiert die dafür notwendige Öffentlichkeitsarbeit, organisiert Weiterbildungsangebote und ist mit der Anbindung der Fachstelle „KOST“ (Kooperation Schule und Theater) an das LDKS künftig das Zentrum für Aktivitäten im Bereich kulturelle Bildung.

Die neuen Ansprechpartner im Landesbüro sind:

> Andreas Hilger, Verbandsmanager (Finanzen und Verwaltung / Allgemeine Organisation, Mitgliederverwaltung)

Telefon +49-351 497 60 28 – 0                   Fax +49-351-497 60 289

E-Mail: hilger@landesbuero-sachsen.de

 

> Caroline Gutheil, Fachreferentin für Projektmanagement & Beratung (Projektplanung/ Durchführung, Entwicklung/Organisation von Weiterbildungen, u. a. Rechts-/Steuer- und Versicherungsberatung)

Telefon +49 351 497 60 28 – 1                    Fax +49-351-497 60 289

E-Mail: gutheil@landesbuero-sachsen.de

Caroline Gutheil studierte Germanistik und Journalismus in Karlsruhe und Salzburg sowie Dramaturgie in Frankfurt/Main und Helsinki. Sie arbeitete als Dramaturgin und Projektleiterin u.a. am Theater Magdeburg, Theater Konstanz und Puppentheater Magdeburg sowie für freie Theaterprojekte in Frankfurt/Main und Salzburg. Zudem absolvierte Sie den Lehrgang Kulturmanagement an der ebam Business Akademie für Medien, Event und Kultur in Berlin.

> Aileen Moll, Fachreferentin für Kulturpolitik & Öffentlichkeitsarbeit (Netzwerkpflege, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Ansprechpartner für Politik und Kooperationspartner)

Telefon +49 351 497 60 28 – 2                    Fax +49-351-497 60 289

E-Mail: moll@landesbuero-sachsen.de

Aileen Moll studierte Literaturwissenschaften, Neuere/Neuste Geschichte und Angewandte Linguistik in Dresden und war anschließend Projektmanagerin einer Kooperation zwischen Dresdner Schulen und der hiesigen Universität. Sie arbeitete im Veranstaltungsmanagement und in der Mediengestaltung für freie Dresdner Projekte und war zuletzt als stellvertretende Leiterin für die Öffentlichkeitsarbeit in der Mittelsächsischen Theater und Philharmonie gGmbh tätig.

Kontakt und auch neue Postadresse für den LATS:

Landesbüro für Darstellende Künste Sachsen

Löbtauer Str. 64

01159 Dresden

Internet: www.landesbuero-sachsen.de


Anfahrt mit ÖPNV:

Vom Bahnhof Dresden Mitte:

TRAM 2 (Richtung: Betriebshof Gorbitz) bis Haltestelle Cottaer Straße

Vom Bahnhof Dresden Neustadt:

TRAM 6 (Richtung: Wölfnitz) bis Haltestelle Cottaer Straße


Das Landesbüro wird aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Es war ein sehr harmonischer und für den Vorstand bestärkender Verbandstag - schön, dass Ihr da wart!
Das Protokoll und auch die Vorstandsberichte können in Kürze hier eingesehen und runtergeladen werden.

Zum Verbandstag wurde der Vorstand bestätigt und konstituierte sich am 08. April 2016.

Neuer (alter) Vorstand:

Sophie Renz (Vorsitzende/ Pressearbeit und Kulturpolitik)
Micha Linke (stellv. Vorsitzender/ Künstlerische Leitung)
Ulli Schwarz (Künstlerische Leitung)
Susann Schreiber (Theaterpädagogik, Organisation SGA, Beirat KOST)
Gabo Bocek (Tanzpädagogin, Beirat KOST)

Unser langjähriges Vorstandsmitglied und zuletzt Vorsitzende des LATS, Berit Barz, stellte sich nicht wieder zur Wahl. Wir danken ihr ganz herzlich für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden, die sie den verantwortungsvollen Aufgaben des LATS-Vorstands gewidmet hat und hoffen, dass sie dem LATS als Musikerin und Spielerin auf der Bühne verbunden bleibt.
Der Vorstand konnte für den frei gewordenen Vorstandsposten bereits Dirk Lienig kooptieren. Er ist Medienpädagoge in der KuFa Hoyerswerda und leitete bzw. choreographierte u. a. die Preisträgerinszenierung des Sächsischen Amateurtheaterpreises 2014 "Le Sacre" der Tanzcompagnie der KuFa.

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